DER WADENKNEIFER

 

Die zweite Dekade der Radsportabteilung, die auch weiterhin ihr Hauptaugenmerk auf den Breiten- und Hobbysport richtet, bringt mit einem neuen Sportangebot frischen Rückenwind.
Wolfgang Furche und Frank Rauschenbach rufen 1990 eine Mountain-Bike-Gruppe ins Leben, die zunächst mit Treffpunkt an der „Schlatsburg“ insbesondere Jugendliche aus ganz Bramsche ansprechen soll. Das MTB, das gerade seit kurzem aus Amerika nach Europa „importiert“ wird, erweist sich in den nächsten Jahren als größtes Zugpferd im anwachsenden Radboom in Deutschland. Die Zeichen der Zeit sind also rechtzeitig erkannt.
Die 12. RTF verzeichnet mit dem neuen Namen „Engteraner Wadenkneifer“ auch erstmals wieder über 300 Teilnehmer, ebensoviele wie die zwei permanenten Radtouren „Bramgautour“ und „Osningtour“ zusammen in einem Jahr. Nach dem vom BDR neu geregelten RTF-Wertungsmodus erreichen 16 Fahrer die Mindestpunktzahl zur Jahresauszeichnung und zusammen 575 Punkte, darunter Wilhelm Vortmann bereits zum 5. Mal hintereinander mit einer Verbesserung des Vereinsrekordes auf 89 Punkten.

Dieser Sieg gelingt ihm übrigens auch 1991 zum 6. Mal, ein bisher ungebrochener Rekord, bevor er in den Jahren danach von Lothar Eismann als neuem RTF-Vereinsmeister für ebenfalls 5 Jahre hintereinander abgelöst wird. Patrik Brinkmann wird 1991 mit 22 Punkten als bester Schülerfahrer in Niedersachsen ausgezeichnet, Ursula Rauschenbach und Marlies Herbst bilden jetzt die weibliche Speerspitze der 26 Radtourensportler. Die 5 MTB-Fahrer nehmen erstmals an Rennen teil und Lothar Eismann betreut ab April 91 die neue Radwandergruppe, die leider nur 3 Jahre Bestand hat und dann mangels eines geeigneten Nachfolgers für Lothar, der aus beruflichen Gründen hier aussteigt, leider „entschläft“.

Ab 1992 führt die auf ein Dutzend Fahrer angewachsene MTB-Gruppe jährliche Vereinsmeisterschaften durch, die übrigens bis heute ohne Unterbrechung in der „Juniorenklasse“ von Casper Grim dominiert werden. Der 14. „Wadenkneifer“ verbucht mit 365 Startern die seit 1982 höchste Teilnehmerzahl. Lothar Eismann übertrifft als erster Engteraner mit 101 Jahrespunkten eine fast magische Grenze; ebenso wie im Jahr darauf die neue Rekordmannschaft mit 25 Jahresauszeichnungen und insgesamt 1.015 Punkten. Das Jahr 1993 sieht erstmals seit 1983 wieder 7 lizensierte Radrennfahrer im TuS, die hauptsächlich zum Spaß an Straßenrennen teilnehmen möchten und dies auch 2 Saisons lang durchziehen.

Als neuen sportlichen Anreiz hat der Abteilungsleiter Wolfgang Furche das Jahr 1993 zur Radmarathon-Saison ausgerufen. Beim „Ostwestfälischen Super-Cup“ in Herford über 240 km mit 2.500 Höhenmetern belegen 11 Engteraner den 2. Platz in der Mannschaftswertung. Das ist aber alles nur Vorbereitung im von Wolfgang streng vorgegebenen Trainingsplan. Ende August heißt es nämlich: „Kurze Hose, Kette rechts“ ! 10 Sportler des TuS starten beim Ötztaler Radmarathon, dem „Wildsau-Rennen“ über 4 Alpenpässe und 235 km mit 5.500 Höhenmetern. Die anerkannt schwerste RTF Europas fordert bei Schneeregen, Eisglätte und Temperaturen nahe 0 Grad ihren Tribut, so daß letzlich noch 6 Radfahrer die Gesamtdistanz bewältigen.

Auch 1994 bezwingen 3 Engteraner den „Ötzi“; ebenso wie Hans-Hermann Herbst als erster Engteraner an der Europa-Cup-Serie für Radtourenfahrer erfolgreich teilnimmt. 24 Jahresauszeichnungen werden errungen.
Kurt Brackmann wird als stellvertretender Abteilungsleiter Nachfolger von Wilhelm Vortmann, der natürlich auch weiterhin als ältester Radsportler aktiv bleibt.
Die MTB-Fahrer werden immer zahlreicher und aktiver bei Radrennen. Hier werden insbesondere von Casper Grim, Jens Koschnick, Jörg Renzenbrink und Frank Rauschenbach gute Plazierungen errungen. Auch Wolfgang Furche gelingt dies mit seinem Vizemeistertitel in der Seniorenklasse bei den Bezirksmeisterschaften in Bramsche.

393 Teilnehmer bedeuten beim 17. Wadenkneifer in 1995 einen neuen Rekord, bevor die Engteraner Radsportler wieder einmal eine Vorreiterrolle spielen und als erster Verein in Niedersachsen eine Country-Tourenfahrt, also eine Radtourenfahrt mit dem Mountainbike, anbieten. Die in Deutschland nördlichste CTF wird bei der Premiere gleich von 130 Sportlern besucht und von diesen begeistert gelobt.
Unter 27 erfolgreichen RTF-Wertungsfahrern wird Lothar Eismann zum 4. Mal Vereinsbester und ebenso „Bezirkssieger“ in seiner Altersklasse wie Klaus Keitemeier, der außerdem auch noch den 3.Platz auf Landesebene belegt.

1996 besteht die RTF-Mannschaft aus 33 Sportlern, die nach dem letztjährigen Erfolg auch zum 2.Mal den „Teuto-Cup“ bei der Radtouristik in Osnabrück verteidigen. Die 2. CTF wird mit 175 Teilnehmern ebenso ein „Schlager“ wie die RTF mit 370 Startern. Absolutes sportliches High-Light ist einmal mehr der Ötztaler Radmarathon ! Hier belegen unter 1.400 Teilnehmern die 7 Engteraner Radsportler sogar den 5. Platz in der Mannschaftswertung !

Kleider machen Leute ! Die Radsportabteilung erhält rechtzeitig zum Saisonbeginn 1997 einen Motivationsschub durch neue Trikots, die seit Jahren erstmals wieder in den Vereinsfarben grün-weiß leuchten. Wie schon mehrfach zuvor hat auch diesmal die Firma Herrling aus Engter einen erheblichen Sponsorbeitrag hierfür geleistet. Mit den inzwischen 7 aktiven RTF-Sportlerinnen und 30 Männern wird beim Nachbarverein RRG Osnabrück zum 3. Mal in Folge der Teuto-Cup errungen. Dieser übergroße Silberpokal steht seitdem im „Treppchen“, unserem Radler-Stammtisch-Treff. Überhaupt wird diese Saison mit einem Dutzend Pokalgewinnen die bislang erfolgreichste. Dies unterstreicht auch der 2. Platz von Klaus Keitemeier in der Landeswertung, der erstmals Lothar Eismann als Vereinssieger ablöst. Im Bezirk ist die RTF-Mannschaft des TuS Engter bereits seit 1994 zweitstärkste hinter der RRG Osnabrück.

Der 20. „Jubiläums-Wadenkneifer“ 1998 hat mit 406 Startern exakt die gleiche Teilnehmerzahl wie die bisherige Rekord-Touristik 1981. Dies zeigt, daß die neue erweiterte Startzeit von 9 - 12 Uhr sehr gut ankommt, insbesondere bei den nicht lizensierten Radlern aus der näheren Umgebung, die fast die Hälfte der Starter ausmachen. Die 4. Country-Touren-Fahrt findet bei sehr schlechtem Wetter mit 100 Teilnehmern einen eher unerwarteten Zuspruch.
Von 38 lizensierten RTF-Fahrerinnen und -Fahrern schaffen es 33, in die Jahreswertung zu kommen. Im Bezirk Weser-Ems ist von 20 Radtouristikvereinen erneut nur die RRG Osnabrück mit 52 Auszeichnungen stärker; die hinter Engter liegenden Vereine wie Lohne-Vechta, Aurich oder Melle erreichen z. B. 18, 14 oder 12. Auch unser Nachbarverein TuS Bramsche hat hier trotz seiner längeren Radsporttradition mit 7 Jahresauszeichnungen das Nachsehen.
Bei den Radtouristik-Veranstaltungen legen die Engteraner Radsportler zusammen 66.350 km zurück und sammeln dafür 1.690 Wertungspunkte; davon gehen alleine 180 auf das Konto von Lothar Eismann, der mit diesem neuen Vereinsrekord nach einjähriger Pause wieder die Nase vorne hat.
Besondere sportliche High-Lights sind die Teilnahme an diversen Rad-Marathons und Super-Cup-Veranstaltungen, an einer Etappenfahrt durch den Harz und erstmals an einem Montain-Bike-Marathon im Solling, wo 7 TuS-Biker starten. Bei dieser mit Zeitnahme durchgeführten „Schlammschlacht“ belegt Casper Grim über die Distanz von 106 km sogar den 11. Platz.
Zur Abwechslung nehmen einige unserer „Breitensportler“ auch an verschiedenen MTB- und Straßenrennen teil, wo insbesondere wieder Casper Grim mit dem Sieg in der Hobby-Klasse beim bekannt schweren Bramscher-Berg-Rennen und bei der Mounty-Bezirksmeisterschaft glänzt. Saisonhöhepunkt für 4 MTB-Freaks ist natürlich die selbstorganisierte Alpenüberquerung von St. Anton/Österreich nach Riva am Gardasee, wobei auf insgesamt 350 km etwa 30.000 Höhenmeter an 7 Tagen zu bewältigen sind.

1999 - das zwanzigste Jahr seit Gründung der Abteilung, der im TuS seinerzeit kaum jemand eine so lange Lebensdauer zugetraut hätte. Erneut gehen 34 lizensierte Radtouren-Sportler in die 19. RTF-Saison. Dabei seit Beginn, ebenso wie Wolfgang Furche, ist immer noch Wilhelm Vortmann, der mit 70 Jahren älteste Aktive. In der vorigen Saison belegt er mit 75 Punkten (2.900 km) den 6. Rang in der Vereinswertung und ist damit ein Ansporn für die „Junioren“.

Obwohl es bei der Altersbandbreite von 20 bis 70 Jahren nicht einfach ist, die unterschiedlich motivierten Sportler unter einen Hut zu bringen, ist der Zusammenhalt in der Gruppe doch sehr gut. Zur Abwechslung vom normalen Training und RTF-Starts tragen Angebote wie Saisonauftakt- und Abschlußtour, Grünkohlessen, die Vereinsmeisterschaften im Zeitfahren und mit dem Mounty oder die schon traditionellen Radsportwochenenden im Harz bei. Immer wieder für Überraschungen gut sind auch die von „Cäpten“ Wolfgang ausgesuchten Trainingstrecken, die bei manchen „Windschatten-Lutschern“ die Frage auslösen: „Wo sind wir denn hier?“

Natürlich verbindet auch die gemeinsame Arbeit bei der Ausrichtung der RTF (mit 405 Teilnehmern auch 1999 ein toller Erfolg) und der Country-Tour.

An der Traumtour der „hartgesottenen und kaltduschenden“ Radsportler, dem „Ötztaler Radmarathon“, nehmen erneut - zum 5. Mal - 8 Engteraner teil.


„Gib Gummi“ !

Dieser Radler-Schlachtruf wurde geprägt von unserem seit 1983 im TuS Engter aktiven Sportkameraden Franz Bedenbecker, der leider am Ostersamstag 1999 bei einer Solo-Trainingsfahrt in Engter durch einen Herzinfarkt verstarb. Wir werden uns an ihn erinnern.


2000 - 31 Radsportlerinnen und Radsportler erreichen die Wertung des BDR mit insgesamt 1.839 Punkten (rd. 71.000 Km). Die 22. Wadenkneifer-RTF sieht 330 Starter und bei der 6. Countrytour wird sogar mit 206 Teilnehmern eine neue Bestmarke aufgestellt.

Als erster Radfahrer wird Wilhelm Vortmann (seit 1980 aktiver Radsportler und mit 70 Jahren in 2000 noch 4. der Vereinswertung mit 91 Wertungspunkten) von der Abteilung zum „Radsportler des Jahres“ gekürt und mit dem eigens geschaffenen „Herrling-Pokal“ ausgezeichnet.

Ötzi-News: bei der „Kult-tour“ der Engteraner Radsportler müssen von 6 Engteraner Startern vier den Strapazen und Witterungsbedingungen (teilweise über 30 Grad Hitze, auf dem Timmelsjoch Gewitter mit Schnee und Hagel) Tribut zollen – Matthias Fröhle und Jan-Willem Relker kommen durch !







2001 – einen neuen Vereinsrekord stellt bei den Radtouristikern der erst in der zweiten Saison aktive Wilfried Bei der Sandwisch auf, der mit 8.303 Kilometern und 216 Wertungspunkten Klaus Keitemeier als Rekordhalter (mit bisher 201 Punkten) ablöst. Wilfried belegt im Bezirk den 2. Platz und auf Landesebene den 3. Platz. Die Mannschaft erreicht mit 28 Fahrern insgesamt 1.498 Punkte und der TuS bleibt damit zweitstärkster Verein in Weser-Ems hinter der RRG Osnabrück mit 42 Fahrern (3. RSG Lohne-Vechta mit 23 Fahrern)

Radsportlerin des Jahres wird Marlies Herbst !

Der 23. Wadenkneifer sprengt mit 450 Startern auch die bisherige Bestmarke; bei der 7. Countrytour gehen trotz schlechtem Wetter erneut 160 Mountain-Biker auf die 47 km lange Strecke mit fast 700 Höhenmetern.

Ötzi-News: erneut starten und finishen hier 4 Engteraner; drei Wiederholer und Dirk Beckendorff als Neuling; dieser wird zur „Ötzsau Nr. 17“. Er erhält wie bisher alle Finisher einen Platz auf der Ehrenurkunde, die im Vereinslokal „Zum Treppchen“ verkündet:
„Den Ötztaler Radmarathon bestritten, die Berge besiegt, steil wie eine Wand -
geschunden, gequält und gelitten, ehrfürchtig nun Ötzsau genannt.“



2002 – 26 Fahrer erreichen die RTF-Jahreswertung des BDR; damit diesmal „leider nur“ Platz 3 für den TuS Engter im Bezirk.

Der TuS Engter geht mit der Zeit: auf Initiative unseres Sportlers Michael Brörmann gibt es seit März 2002 die eigene Web-Site „WADENKNEIFER.de“

Zum Radsportler des Jahres wird Wilfried Bei der Sandwisch gewählt.

Beim 24. Wadenkneifer starten erneut 450 Sportler; bei der 8. CTF mit erstmals angebotener 75-Km-Tour die neue Rekordzahl von 284 Startern !

Auch beim ÖTZI geht der TuS Engter mit einer neuen Rekord-Zahl von 12 Fahrern an den Start. Bei enormer Hitze kommen dieses Mal 7 Extremisten durch; den Ehrentitel „Ötzsau“ erhalten als 18. – 20. Engteraner Sportler Wilfried Bei der Sandwisch, Sven Boller und Robert Höltermann







2003 –
Beim „Ötzi“ gehen 6 Wiederholer an den Start. Ein schwerer Trainingssturz mit Bruch der Hüfte schon am 1. Tag des Aufenthaltes in Österreich verhindert bei Jan-Willem Relker eine erneute Großtat in den Alpen. Bei Regen und Schnee kommen letztlich 3 erfahrene „Ötz-Säue“ als Finisher durch !

 

 

 

 

 

 

 

 

Der 25. „UR“-Wadenkneifer auf früher bekannten und gefürchteten Streckenabschnitten im Wiehengebirge (die Königs-Etappe geht diesmal über 162 km mit über 1.000 Höhenmetern) zieht mit 340 Teilnehmern die fünftstärkste Teilnehmerzahl aller bisheriger Austragungen.

Die 9. CTF, erneut mit der Marathonstrecke von 75 km, bringt mit 284 Startern schon wieder eine neue Rekordbeteiligung.

In der RTF-Jahreswertung wird der TuS wieder zweitstärkste Mannschaft im Bezirk sowohl nach der Gesamtpunktzahl (1.824 P.) als auch nach Anzahl der gewerteten Fahrer (23).
Erstmals erreicht mit Wilfried Bei der Sandwisch einer unserer Fahrer den „Landesmeister-Titel“ in der RTF-Wertung der Juniorenklasse II mit 227 Punkten.
Ein weiteres Glanzlicht setzt Lothar Eismann mit dem neuen Vereinsrekord von 243 Wertungspunkten (zum 7. Mal Vereinsmeister), was zum Bezirksmeister und Landes-Vizemeister der Seniorenklasse I reicht und Lothar völlig verdient auch den Ehrentitel „Radsportler des Jahres“ im TuS Engter einbringt.

  

Web-Site: www.wadenkneifer.de